Jesus Christus ist der Herr! Phil 2, 11

Der kommende Fürst: Kapitel 4

Die Botschaft des Engels

70 Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um die Übertretung zum Abschluss zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Ungerechtigkeit zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln und ein AllerheiligstesFussnote zu salben. So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des WortesFussnote, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind 7 Wochen und 62 Wochen. Strassen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in Drangsal der Zeiten. Und nach den 62 Wochen wird der Messias weggetan werden und nichts haben. Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und das Ende davon wird durch die überströmende Flut sein; und bis ans Ende: Krieg, Festbeschlossenes von Verwüstungen. Und er wird einen festen BundFussnote mit den Vielen schliessen für eine Woche; und zur Hälfte der Woche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Und wegen der Beschirmung der Gräuel wird ein Verwüster kommen, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes über das Verwüstete ausgegossen werden. Dan 9, 24–27

Das war die Botschaft, mit deren Überbringung der Engel als Antwort auf das Gebet des Propheten um Gnade für Juda und Jerusalem beauftragt worden war. Doch was bedeutet sie? Wo sollen wir nach einer zuverlässigen Auslegung suchen? Sicherlich nicht bei den Juden, denn obwohl diese selbst den Gegenstand der Prophezeiung bilden und folglich von allen Menschen am meisten an deren wahren Bedeutung interessiert sein müssten, sind sie voreingenommen. Sie verwerfen nämlich den christlichen Glauben und schrecken dabei nicht davor zurück, sowohl die historischen Schilderungen als auch ihre eigenen Schriften zu verfälschen. Wir können uns aber auch nicht an jene Theologen wenden, die versuchen, ihre eigenen Theorien über die Prophetie zu rechtfertigen oder die zum Beispiel auf irgendeine Ära in der Geschichte Israels gestossen sind, die siebenmal siebzig Zeiteinheiten gedauert hat, und nun meinen, sie hätten das Problem gelöst, wobei sie die Tatsache ignorieren, dass sich die wundersame Geschichte dieses aussergewöhnlichen Volkes seit jeher in chronologische Zyklen von siebzig und dem Mehrfachen von siebzig gliedert. Allerdings muss jeder unvoreingenommene Mensch, der die Worte ohne Kommentar (ausser jenem, den die Schrift selbst und die seitherige Geschichte liefern) liest, zugeben, dass deren Bedeutung bezüglich bestimmter entscheidender Punkte eindeutig und klar ist:

  1. Es wird enthüllt, dass das volle Mass des den Juden verheissenen Segens auf das Ende einer bestimmten Zeitperiode aufgeschoben sei, die als siebzigmal sieben beschrieben wird; dann sollten Daniels Stadt und VolkFussnote vollumfänglich gesegnet und wiederhergestellt werden.
  2. Mit derselben Bestimmtheit wird eine andere Periode, die sich aus sieben Wochen und 62 Wochen zusammensetzt, spezifiziert.
  3. Diese zweite Ära beginnt mit einem Edikt, Jerusalem wieder aufzubauen – nicht den Tempel, sondern die Stadt; um alle Unsicherheit zu beseitigen, werden explizit Strassen und GräbenFussnote erwähnt; das Ende dieser Ära ist ebenso bestimmt, nämlich das Wegtun des Messias.
  4. Der Beginn der letzten Woche, die zusätzlich zu jenen 69 Wochen benötigt wird, um die 70 Wochen zu vervollständigen, ist definiert als ein Bundes- oder Vertragsschluss durch eine Persönlichkeit, die als der kommende Fürst bezeichnet wird; dieser Bund wird von jener Person in der Mitte der Woche durch eine Unterdrückung der jüdischen Religion gebrochen werdenFussnote.
  5. Folglich gehören die gesamte Ära der siebzig Wochen und die kürzere Periode der 69 Wochen in ein- und dieselbe EpocheFussnote.

Die erste Frage, die sich damit stellt, ist jene, ob in der Geschichte ein Ereignis zu finden ist, das unzweifelhaft den Beginn dieser Ära markiert. Gewisse Schreiber – sowohl Christen als auch Juden – haben angenommen, dass die siebzig Wochen im ersten Jahr von Darius begonnen hätten, dem Datum der Prophezeiung. Weil ihre Forschung damit von Beginn weg hoffnungslos falsch gewesen ist, mussten auch all ihre Schlussfolgerungen notwendigerweise falsch sein. Die Worte des Engels sind eindeutig: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind 7 Wochen und 62 Wochen. Dass Jerusalem tatsächlich als befestigte Stadt wieder aufgebaut worden ist, ist eine sichere und zweifellose Tatsache. Bleibt die Frage zu beantworten, ob sich das Edikt für den Wiederaufbau historisch datieren lässt.

Wenn wir uns dem Buch Esra zuwenden, finden wir drei verschiedene Erlasse von persischen Königen, die unsere Aufmerksamkeit wecken. Die Eröffnungsverse des Buches beschäftigen sich mit jenem wundersamen Edikt, mit dem Kores den Wiederaufbau des Tempels erlaubt hat. Doch hier wird das Haus des Herrn, des Gottes Israels mit einer solchen Bestimmtheit genannt, dass der Erlass unmöglich in Übereinstimmung mit den Worten Daniels gebracht werden kann. Und tatsächlich liefert uns das Datum des Erlasses selbst den schlagenden Beweis dafür, dass es sich dabei nicht um den Beginn der siebzig Wochen gehandelt haben kann. Es waren nämlich siebzig Jahre Dienstbarkeit gegenüber Babylon verordnet worden (Jer 27, 6–17; Jer 29, 10), aber unter Zedekias Herrschaft wurden weitere siebzig Jahre Verwüstung als Gericht angekündigtFussnote, weil Juda weiterhin ungehorsam und widerspenstig gewesen war. Diese beiden Perioden haben sich um 17 Jahre überschnitten, denn die Epoche der Verwüstungen begann 17 Jahre nach dem Beginn der Zeit der Dienstbarkeit zu laufen. Die Zeit der Dienstbarkeit endete mit dem Erlass von Kores; die Zeit der Verwüstung dauerte bis ins zweite Jahr von Darius HystaspesFussnote. Daniel hatte nicht die Zeit der Dienstbarkeit, sondern jene der Verwüstung im BlickFussnote.

Der Erlass von Kores war die Erfüllung des göttlichen Versprechens, das Er den Weggeführten in Jer 29 gemacht hatte. In Übereinstimmung mit diesem Versprechen wurde den Juden im Exil die volle Freiheit gegeben, nach Palästina zurückzukehren. Doch bis die Ära der Verwüstung vorüber war, wurde auf dem Berg Morija nicht ein Stein auf den andern gesetzt. Das erklärt die auf den ersten Blick unverständliche Tatsache, dass der Erlass, den Tempel wiederaufzubauen, zunächst nicht umgesetzt wurde, obwohl sich Kores im Zeitpunkt des Erlasses auf dem Gipfel der Macht befand und obwohl man begierig darauf gewartet hatte. Ein paar widerspenstigen Samaritern wurde nämlich erlaubt, sich der Umsetzung des wichtigsten Erlasses zu widersetzen, der je von einem morgenländischen Herrscher unterzeichnet wurde – eines Erlasses, der nicht nur dem unabänderlichen Willen eines medo-persischen Königs entsprangFussnote, sondern der auch durch eine göttliche Gehorsamsandrohung bekräftigt zu sein schien.

Als dann aber die Jahre der Verwüstung vorüber waren, wurde eine göttliche Anordnung verkündet, das Heiligtum wieder aufzubauen. Im Gehorsam gegenüber dieser Anordnung begannen die Juden sofort mit der Arbeit, ohne dass sie zuerst auf eine Erlaubnis der Regierung gewartet hätten (Esra 5, 1. 2. 5). Die Welle der politischen Bewegung, die Darius auf Persiens Thron gehievt hatte, war von einer religiösen Begeisterung für den zoroastrischen Götzendienst ausgelöst wordenFussnote. Diese Zeit war für die Israeliten günstig, denn ihre Anbetung Jahwes fand im zoroastrischen Glauben Sympathie. Tatsächlich dachte Darius nicht an Vergeltung, als ihn die Nachricht des vermeintlich aufrührerischen Handelns der Israeliten erreichte. Vielmehr liess er die babylonischen Archive von Kores durchsuchen, wo man dann auch den Erlass seines Vorgängers fand. In der Folge erliess Darius eine Anordnung, mit der er für die Umsetzung des Erlasses von Kores sorgen wollte (Esra 6). Das ist das zweite Ereignis, das für den Beginn der siebzig Wochen in Frage kommen könnteFussnote. Doch auch wenn überzeugende Argumente dafür vorgebracht werden könnten, lässt sich der Erlass von Darius nicht mit den Worten des Engels in Übereinstimmung bringen, und zwar weder als eigenständiger Erlass noch als Aufforderung, den Erlass von Kores praktisch umzusetzen. Denn auch wenn die Zeit der Verwüstung erfüllt war, gingen weder der Geltungsbereich des königlichen Erlasses noch die Handlungen der Juden in Nachachtung dieses Erlasses über den Aufbau des heiligen Tempels heraus, während die Prophezeiung des Engels einen Erlass für den Wiederaufbau der Stadt vorhergesagt hat – nicht nur der Strassen, sondern auch der Befestigung Jerusalems.

Fünf Jahre genügten für den Aufbau eines Gebäudes, das den Juden für die folgenden 500 Jahre als Heiligtum dienen sollteFussnote. In einem auffälligen Gegensatz zu jenem Tempel, den die Juden zu Salomos Zeiten gebaut hatten, als Gold in Jerusalem so billig wie Messing war, enthielt dieser zweite Tempel zunächst aber keine wertvolle Ausstattung. Erst im siebten Jahr von Artaxerxes Longimanus, als die Juden die Erlaubnis erhielten, das Haus des Herrn zu verherrlichen Esra 7, 19. 27, wurde der Tempel verziert. Diese Erlaubnis ermächtigte Esra auch, zusammen mit jenen Juden, die das wollten, nach Jerusalem zurückzukehren und dort den Gottesdienst im Tempel wieder gemäss ihren religiösen Vorschriften einzuführen. Doch auch dieser dritte Erlass enthält keinen Bezug zum Aufbau der Stadt. An sich würde man ihn wohl nicht weiter beachten, wenn nicht in der Vergangenheit viele Autoren sich darauf versteift hätten, dass die siebzig Wochen mit diesem Erlass begonnen hätten. Der Tempel war schon Jahre davor aufgebaut worden und die Stadt lag danach immer noch 13 Jahre lang in Trümmern. Man wird im Buch Esra vergeblich nach einem Erlass suchen, Jerusalem wiederherzustellen und aufzubauen. Doch wir müssen uns nur dem nächstfolgenden Buch im biblischen Kanon zuwenden, um den Bericht zu finden, den wir suchen.

Das Buch Nehemia beginnt damit, dass dieser sich in Susa befandFussnote, wo er als Mundschenk des grossen Königs diente, was eine Ehre von nicht geringem Ausmass in Persien warFussnote, und dass einige seiner Brüder von Juda ankamen, die er nach den Juden, den Entronnenen, die von der Gefangenschaft übrig geblieben waren, und nach Jerusalem Neh 1, 2 befragte. Die Emigranten erklärten: Die Übriggebliebenen, die von der Gefangenschaft dort in der Landschaft übrig geblieben sind, sind in grossem Unglück und in Schmach; und die Mauer Jerusalems ist niedergerissen, und seine Tore sind mit Feuer verbrannt Neh 1, 3. Das erste Kapitel im Buch Nehemia endet mit einer Aufzeichnung von Nehemias Gebet an den Gott des Himmels. Das zweite Kapitel erzählt, wie Nehemia im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahr des Königs Artasasta seinen Dienst verrichtete. Dabei spiegelte sich sein Kummer auf seinem Angesicht wieder, weshalb Artaxerxes ihn aufforderte, ihm den Grund seines Leides zu nennen. Nehemia antwortete: Der König lebe ewig! Warum sollte mein Angesicht nicht traurig sein, da die Stadt, die Begräbnisstätte meiner Väter, wüst liegt und ihre Tore vom Feuer verzehrt sind? Neh 2, 3. In Erwiderung darauf fragte der König: Um was bittest du denn? Neh 2, 4, worauf Nehemia folgendermassen antwortete: Wenn es der König für gut hält und wenn dein Knecht wohlgefällig vor dir ist, so bitte ich, dass du mich nach Juda sendest zur Stadt der Begräbnisse meiner Väter, damit ich sie wieder aufbaue Neh 2, 5. Artaxerxes gewährte diese Bitte und erliess die dafür notwendigen Anordnungen. Vier Monate später waren eifrige Hände bereits damit beschäftigt, die zertrümmerten Mauern Jerusalems wieder aufzubauen; schon vor dem Laubhüttenfest war die Stadt wieder mit Toren und einem Wall umschlossen (Neh 6, 15).

In der Vergangenheit ist vorgebracht worden, dass dieser Erlass im zwanzigsten Jahr von Artaxerxes nur eine Erweiterung und Erneuerung seines ersten Erlasses gewesen sei – so, wie auch der Erlass von Darius jenen von Kores bestätigt habeFussnote. Wenn diese Behauptung nicht von jemandem mit einem grossen Namen stammen würde, wäre sie nicht einmal eine beiläufige Bemerkung wert. Richtigerweise müsste aber gesagt werden, dass der Erlass im siebten Jahr von Artaxerxes nur eine Erweiterung und Erneuerung der Erlasse seiner Vorgänger gewesen sei. Der erste Erlass von Artaxerxes war nämlich hauptsächlich eine Erlaubnis für die Juden gewesen , das Haus des Herrn, das in Jerusalem ist, zu verschönern (Esra 7, 27), während es die Erlasse von Kores und Darius gewesen waren, mit denen den Juden erlaubt worden war, dieses Haus zu bauen. Das Resultat dieser Erlasse war der Aufbau eines umwerfenden Heiligtums inmitten einer zertrümmerten Stadt. Die Bewegung im siebten Jahr von Artaxerxes war hauptsächlich eine religiöse Wiederbelebung (Esra 7, 10), die vom Wohlwollen des Königs gestützt wurde. Aber das Ereignis im zwanzigsten Jahr war nichts weniger als die Wiederherstellung der Autonomie von Juda. Die Ausführung des Werks, das Kores erlaubt hatte, war bezeichnenderweise mit dem falschen Vorwurf gestoppt worden, die Juden wollten nicht nur den Tempel, sondern auch die Stadt wieder aufbauen. Man hatte vorgebracht, es handle sich um eine aufrührerische Stadt und dass dies der Grund für ihre Zerstörung gewesen sei. Würde diese Stadt nun wieder aufgebaut und ihre Mauern wiederhergestellt werden, würde der König kein Teil mehr auf jener Seite des Flusses habenFussnote. Die Erlaubnis, den Tempel wieder aufzubauen, gewährte es dagegen nur einem besiegten Volk, seinen Gottesdienst wieder in Übereinstimmung mit dem Gesetz seines Gottes auszuüben, denn die jüdische Religion kannte keine Anbetung abseits des Hügels Zion. Die Erlaubnis, die weitherum berühmte Befestigung der Stadt wiederherzustellen und – geschützt hinter diesem Wall – die alte Regierung der Richter wieder einzusetzen, war etwas völlig anderesFussnote. Damit wurde die nationale Existenz Judas wieder zum Leben erweckt, weshalb dieses Ereignis ein passender Beginn für die siebzig prophetischen Wochen ist.

Der oben erwähnte Zweifel an dieser Interpretation veranschaulicht beispielhaft die enorme Voreingenommenheit, die bei der Interpretation der Heiligen Schrift so oft anzutreffen ist und die zur Folge hat, dass die an sich klare Bedeutung der Worte zugunsten einer abwegigen Theorie beiseite geschoben wird. In dieselbe Kategorie gehört übrigens auch der von einigen vorgebrachte Zweifel, beim in Neh 2 erwähnten König handle es sich nicht um Artaxerxes LongimanusFussnote.

Bleibt die Frage zu beantworten, ob das Datum dieses Erlasses zweifelsfrei festgestellt werden kann. Hier kommt uns eine höchst auffällige Tatsache zur Hilfe: In der biblischen Erzählung wird das Datum des Beginns der siebzig Wochen nur bezogen auf die Ära der Herrschaft des persischen Königs genannt. Wir müssen uns also der säkularen Geschichtsschreibung zuwenden – und diese enthält tatsächlich Berichte aus eben jener Zeit. Herodot, «der Vater der Geschichtsschreibung», war ein Zeitgenosse von Artaxerxes, der den persischen Hof besuchteFussnote. Thukydides, «der Prinz der Historiker», war ebenfalls ein Zeitgenosse von Artaxerxes. In den grossen Schlachten von Marathon und Salamis verwob sich die Geschichte Persiens mit jener von Griechenland, was es erlaubt, die Chronologie der Ereignisse zu überprüfen. Tatsächlich verliefen die grossen chronologischen Linien der Antike zu jener Zeit parallelFussnote. So besitzen wir also alles, was wir benötigen, um das Datum des im Buch Nehemia genannten Erlasses mit Präzision und Sicherheit zu bestimmen.

In der gewöhnlichen Geschichtsschreibung wüsste man zwar bei der Erwähnung des zwanzigsten Jahres von Artaxerxes nicht mit Sicherheit, ob die Herrschaftszeit erst mit der tatsächlichen Thronbesteigung oder erst mit dem Tod des Vaters begonnen hätteFussnote, aber die Erzählung von Nehemia beseitigt diesbezüglich jede Unklarheit. Die Ermordung von Xerxes und der Beginn der sieben Monate dauernden Herrschaft des Thronräubers Artabanus fanden im Juli 465 v. Chr. statt; die Thronbesteigung von Artaxerxes erfolgte im Februar 464 v. Chr.Fussnote Eines dieser beiden Daten muss den Beginn der Herrschaft von Artaxerxes bezeichnen. Im Buch Nehemia wird aber erwähnt, dass der Kislaw (November) und der folgende Nisan (März) beide auf dassselbe Jahr der Regierung von Artaxerxes gefallen seien. Vor diesem Hintergrund muss die Herrschaftszeit von jenem Zeitpunkt an gezählt worden sein, als Artaxerxes de iure den Thron bestiegen hat, also im Juli 465 v. Chr. Nicht anders würde man es übrigens von einem hochgestellten Beamten des königlichen Hofs erwarten. Das zwanzigste Jahr von Artaxerxes begann also im Juli 446 v. Chr. und die Anordnung, Jerusalem wieder aufzubauen, wurde im folgenden Nisan gegeben. Das bedeutet, dass die prophetische Zeit definitiv im jüdischen Monat Nisan im Jahr 445 v. Chr. zu laufen begonnen hatFussnote.